Willkommen im Albtraum – Ein Mädchen und ein Drache

Der Koffer wog schwer in ihrer Hand, fast hatte Sarah das Gefühl das ihr nach der nächsten Kurve der Arm mit Sicherheit abfallen würde. Sie wechselte von rechts nach links aber dies machte es auf Dauer nur noch schlimmer. Und langsam wurde es auch noch dunkel!

Seit Stunden irrte sie durch den Wald und war wenn möglich den Waldwegen gefolgt, irgendwann musste doch ein Dorf oder ein Bauernhof kommen oder wenigstens eine Scheune und langsam bekam das Mädchen es mit der Angst zu tun. Sarah zwang sich selbst zum weiter gehen, ständig in der Hoffnung das sie hinter der nächsten Kurve etwas anderes als nur Bäume und Wald sah.

In ihre Gedanken versunken achtete sie nicht mehr darauf wohin sie ihre Schritte setzte. Ehe sie sich versah lag sie mitten im Gestrüpp und fing im selben Moment vor Schreck an zu schreien. Beim Sturz über eine verdeckte Baumwurzel hatte sie sich nicht nur beide Knie aufgeschlagen und ihre Strümpfe zerrissen… sie war dazu direkt in dichte Brennesseln gefallen aus denen sie sich nur mühsam wieder befreien konnte.

Zitternd und mit den Tränen kämpfend kam dem Mädchen das erste Mal der Gedanke ob ihre Flucht aus dem College wirklich so eine gute Idee gewesen ist. Wie das brannte und juckte! Die Nesseln hatten sie nicht nur an den Beinen erwischt sondern auch ihre Hände und ihr Gesicht! Für einen Moment sah sie an sich herunter… ihr schöner Pullover!!! Erneut rang Sarah mit den Tränen… ihr Lieblingspullover wurde nicht nur von einem riesigen Dreckfleck verziert… nun prangte unten auch noch ein großes Loch!

Oh Gott… sie musste aus diesem Wald heraus und wenn sie sich noch Blasen laufen würde! Entschlossen schob sie ihre Müdigkeit beiseite, verwünschte ihren Koffer und griff trotzdem nach ihm um ihn wieder hinter sich her zu ziehen. Obwohl er so schwer war brachte Sarah es nicht fertig ihre Sachen einfach im Wald zurück zu lassen. Die würde sie ja nie wieder bekommen!

Zwei Kurven weiter und ca. eine halbe Stunde später spürte Sarah eine Veränderung. Der Weg wurde etwas breiter und… waren das Stufen…?? Sarah sah genauer hin und erkannte deutliche Steinstufen die in den Weg eingelassen worden waren und ein Stück weit dem Weg entlang nach unten führten. Auf der linken Seite gingen die Bäume in eine Art Bergkette über, rechts von ihr setzte sich der Wald fort und dazwischen… ein breiter Weg mit Stufen die nach unten führten.

Beflügelt von dieser Entdeckung kam Sarah nun etwas schneller vorwärts. Gleichzeitig nahm der Wind zu und sie hörte plötzlich ein leises Rauschen. Für einen Moment hielt sie inne und lauschte… dieses Geräusch kam ihr irgendwie bekannt vor. Das Rauschen und… sie schnupperte und zog die Luft ein die sich verändert hatte. Der Geruch des Waldes vermischte sich nun mit dem salzigen Geschmack des Meeres und ließ ein kurzes Lächeln über Sarahs müdes Gesicht huschen.

Auf einmal hörten die Bäume zu ihrer rechten auf und ein satter Steinweg führte vom Weg heraus nach rechts. In der Dunkelheit konnte Sarah vor sich Wasser erkennen, ganz viel Wasser sogar und dieser Steinweg führte… zu einem Bootssteg! Fast machte Sarahs Herz einen kleinen Hüpfer als sie über den Steinweg lief und es auf einmal sah. Groß und imposant stand es vor ihr: Ein Haus! Und was für eines!!

Breite Steinstufen führten hinauf zu einer großen Eingangstür und das mussten wohl mindestens 2 Stockwerke mit Dachboden sein. So hatte sich Sarah immer frühere Herrenhäuser vorgestellt. Dieses hatte sogar 2 Säulen vorne rechts und links neben den Eingangstüren.

Sie schleppte ihren Koffer die Treppen rauf und blieb vor dem Eingang stehen. Beschämt schaute sie an sich herunter und was sie sah, gefiel ihr gar nicht. Läuten und um Hilfe bitten falls da jemand zu Hause war oder sich im Schutz des Hauses hier irgendwo ein Plätzchen für die Nacht suchen? Zweifelnd sah Sarah zum Haus, dann zum immer schwarzer werdenden Nachthimmel hoch, dann wieder zurück zum Haus.

Langsam, fast wie in Zeitlupe, bewegte sich Sarahs Finger Richtung Türklingel und drückte darauf. Ein lautes „Ding Dong!“ ertönte, der Ton ließ Sarah zusammen zucken und im gleichen Moment bereute sie ihre Entscheidung und hoffte das vielleicht gar niemand zu Hause sei. Wer weiß wer hier lebte!!

Sarah wartete kurz und atmete insgeheim fast auf als sich auf ihr Klingeln die Tür nicht öffnete. Sie war schon fast im Begriff mit ihrem Koffer den Rückzug anzutreten als die Tür plötzlich aufschwang.

„Sarah!?? Kind… wie kommst DU denn hierher… und wie schaust Du überhaupt aus??!“

„Waaa… oh Gott.. der Drache!“ Im nächsten Moment schlug sich Sarah die Hand vor den Mund und aus ihrem Blick sprach das reinste Entsetzen. War das wirklich… träumte sie? Oh Gott… Nein!!! Vor ihr stand, imposant und leibhaftig… der Drachen aus dem College!

Sarah fühlte sich mit einem Schlag als hätte jemand einen ganzen Eimer mit Eiswasser über ihr ausgekippt. Nach der ganzen Anstrengung, der stundenlangen Wanderung durch den Wald, landete sie hier… ausgerechnet hier??

„Em.. ich… also…“

Das Mädchen versuchte sich zu fangen, schaffte es aber nicht auch nur einen vernünftigen Satz heraus zu bringen. Die plötzliche Erkenntnis das sie ausgerechnet dem verhassten College-Drachen in die Arme gelaufen war ließen sie aufstöhnen. Im Geiste sah sie sich schon überm Knie von Lady Aranea liegen, denn dass dies hier Ärger geben würde, gewaltigen Ärger sogar, das war Sarah nur zu klar.

Stumm stand sie nun vor ihrer Schulleiterin und sah zu Boden weil sie nicht mehr wusste wo sie hinschauen sollte. Lady Aranea anzusehen wagte sie nicht und genauso wenig wagte sie es eine halbherzige Ausrede anzubringen die ihr sowieso niemand glauben würde. Himmel… sie war meilenweit vom College entfernt, wie sollte sie erklären wie sie her gekommen war und vor allem, wie??

„Komm doch erst mal herein mein Kind.“

Lady Aranea stand freundlich lächelnd vor Sarah und wies mit einer grazilen Handbewegung in das Hausinnere.

„R… reinkommen… äh.. d…da rein??!“

Sprachlos vor lauter Fassungslosigkeit brachte Sarah nur ein Stottern zusammen und glaubte nicht richtig gehört zu haben.

„Ja, da herein mein liebes Kind. Ich wohne hier und Du… Du siehst aus als ob Du Hilfe brauchst.“

Sarah fühlte den Blick der Lehrerin auf sich, sah kurz selbst an sich herunter und spürte auf einmal wie erschöpft und müde sie war. Ergeben nickte das Mädchen zu den Worten der Direktorin und folgte ihr langsam ins Haus. Schlimmer konnte es wohl kaum noch kommen!

„Deinen Koffer kannst Du hier hinter der Tür abstellen, Deine Schultasche ebenfalls.“

Lady Aranea betrat hinter Sarah ihr Haus und schloss die Eingangstür. Dann wies sie auf einen Kamin in dem ein munteres Feuer prasselte.

„Komm doch näher ans Feuer, Du bist ja ganz durchnässt! Du frierst doch bestimmt?“

Lady Araneas Stimme war so freundlich als hätte sie keine Schülerin in ihrem Haus sondern irgendeinen höherrangigen Gast bei sich im Haus. Wäre Sarah nicht so müde und erschöpft gewesen wäre ihr das vielleicht aufgefallen, so war sie nur dankbar das sie im Moment im warmen war und vielleicht auch was zu essen bekommen würde. Nach ein paar Stunden Schlaf konnte sie sich immer noch Gedanken machen wie sie von ihr so schnell wie möglich wieder weg kommen würde.

In diesen Gedanken versunken trat Sarah wie geheißen an den Kamin und streckte die Hände dem wärmenden Feuer entgegen.

Im nächsten Moment zuckte sie jedoch erschreckt zusammen, Lady Aranea stellte gerade die Frage vor der Sarah am meisten Angst hatte.

„Mit Dir habe ich nun überhaupt nicht gerechnet… eigentlich solltest Du doch in der Schule sein?“

Der Eiskübel wurde von der Hitze der Wüste Gobi abgelöst. Von einer Sekunde auf die nächste wurde es Sarah siedend heiß… vor Angst.

Ganz vorsichtig erhaschte sie einen Blick auf die Schulleiterin die immer noch freundlich lächelnd vor Sarah stand und auf eine Antwort wartete.

„Nun ich… ich… also… “

Das Mädchen verstummte erneut, begleitet von einem leisen Seufzer. Sarah erkannte das jede Ausrede sofort als Lüge enttarnt werden würde und das sie damit alles nur noch schlimmer machte wenn sie nicht mit der Wahrheit heraus rückte. Zudem hatte sie zu viel Angst vor dem was sie erwarten würde wenn Lady Aranea die Wahrheit gleich hören würde. Insgeheim wappnete sie sich vor den Konsequenzen, hatte aber gleichzeitig keine Ahnung welche das sein könnten. Vielleicht würde sie ja in hohem Bogen aus der Schule fliegen!

„Ich bin getürmt…“

Sarahs Stimme war nur noch ein leises flüstern als sie die Wahrheit aussprach. Den Blick hielt sie weiter auf den Boden gesenkt und sprach weiter weil die Lehrerin nichts sagte.

„Heute Nacht… übers Bistro raus…“

Stumm stand Sarah vor dem Kamin und wagte nicht Lady Aranea anzusehen die noch immer nichts sagte. Hätte das Mädchen dies getan, dann hätte sie das nächste kommen sehen, so aber nutzte Lady Aranea den Überraschungsmoment vollends für sich aus.

Noch ehe Sarah überhaupt reagieren konnte stand die Lehrerin hinter der Schülerin und hielt eine kräftige Kette in der Hand die sie nun um das Mädchen schlang und sie mit wenigen Handgriffen fesselte. Einen Moment später lag sie auch schon auf dem flauschigen Teppich und wurde von Lady Aranea dort fest gehalten.

Es nützte nichts, so sehr Sarah auch versuchte sich zur Wehr zu setzen, Lady Aranea war wesentlich stärker als die zartgebaute 18jährige Schülerin und es war nun ein leichtes auch noch die Beine des Mädchens zu fesseln und das Mädchen dann zum Abschluss an einem stählernen Kreuz zu fixieren das eigens für solche Zwecke – und für Gäste weitgehend unsichtbar – in den Teppich eingelassen war.

„So mein Kind… dann wollen wir mal Tacheles reden!“

Oh je… Lady Araneas Stimme war nun gar nicht mehr freundlich, im Gegenteil. Sie hörte sich nun ausgesprochen sauer an!

„Aus der Schule abgehauen, ja? Aus MEINER Schule?? Das Du es wagst…“

„Ich… „

Sahra setzte an um etwas zu sagen, wurde aber sofort zum Schweigen gebracht.

„Wehe Du unterbrichst mich… Was fällt Dir eigentlich ein? Was glaubst Du wer Du bist?“

Sarah kniete stumm auf dem Boden vor Lady Aranea die nun wütend auf und ab schritt und von oben auf das zitternde Mädchen herunter sah.

„Antworte mir gefälligst wenn ich Dich etwas frage!“

Etwas zögernd holte Sarah Luft.

„Ich wollte doch nur… da weg?“

Erneute Schritte die vor Sarah und um sie herum auf und ab gingen.

„So, und warum, wenn ich die junge Dame fragen darf?“

„Na… Prügelstrafe ist doch verboten, das ist gegen die.. die Menschenrechtskonvention oder wie des nochmal heißt.. da mach nicht mit!“

Sarah fühlte langsam Wut in sich aufsteigen. Ohne über die Folgen nachzudenken platzte sie mit diesem Satz heraus und erhielt als Antwort ein herzliches Lachen welches ein paar Sekunden später aber wieder genauso schnell vorbei war.

„Soso, das machst Du also nicht mit… wie traurig für Dich dass Du nicht entscheiden kannst, was Du mitmachst und was nicht!“

Im nächsten Moment hörte Sarah wie Lady Aranea den Telefonhörer abnahm und eine Nummer wählte.

„Geben Sie mir das Sekretariat, bitte… ah, Frau Paschulke, gut, dass ich Sie gleich erreiche. Sie suchen wahrscheinlich schon die Sarah, richtig? – Es tut mir leid, dass Sie sich gesorgt haben. Das Mädchen ist bei mir, zum Einzelunterricht – sie braucht dringend Nachhilfe.“

Sarah zerrte an ihren Handfesseln und lauschte dem Telefonat, eine leise Panik stieg in ihr hoch während Lady Aranea am Hörer weiter sprach.

„Sarah wird die nächsten Wochen nicht am Unterricht im College teilnehmen. Sie wohnt jetzt erst einmal bei mir, das ist praktischer so.“

Voller Entsetzen über das eben gehörte versuchte Sarah noch inständiger die Kette über ihre Handgelenke zu schieben um sich zu befreien, erreichte damit jedoch nur das sich die Kette noch fester um ihre Hände schloss.

„Sie brauchen also nicht nach ihr zu suchen… und informieren Sie ruhig die anderen Mädchen und auch die Eltern, dass Sarah die nächsten Wochen nicht kommen wird, weil sie Einzelstunden bei mir erhält.“

Der Verzweiflung nahe vergrub Sarah bei diesen Worten den Kopf zwischen ihren Armen und konnte es nicht fassen was da gerade passierte. Stumm kniete sie auf dem Teppich und wagte nicht auch nur irgendwo hin zu sehen.

Lady Aranea hatte sich mittlerweile einen Zigarillo angezündet und es sich auf dem Sofa bequem gemacht. Sarah konnte den Zigarrengeruch riechen und fühlte den Blick auf sich als würde ein Damoklesschwert über ihr schweben.

„Was bist Du nur ein kleines Miststück, dass Du das gewagt hast… aus meiner Schule zu flüchten!“

Das Mädchen begann sein Gewicht zu verlagern, die aufgeschlagenen Knie schrien langsam vor Schmerz. Nur zaghaft gelang es ihr halbwegs eine Entschuldigung hervor zu bringen und das es ihr leid täte.

„Ach, tut es langsam weh, meine Kleine? Das tut mir leid.“

Die Stimme von Lady Aranea triefte fast vor lauter Sarkasmus.

„Es kann durchaus sein, dass Du den ganzen Abend so verbringen musst! Und für‘ s Leidtun ist es jetzt ein wenig spät, nicht wahr?“

Gleich darauf hörte Sarah erneut wie die Lehrerin zum Telefonhörer griff und erneut eine Nummer wählte.

„Aurelia? – Oh Liebes, das ist wundervoll, dass ich Dich gleich erreiche. Hör zu, ich habe doch Deine Sarah bei mir aufgenommen… nun wollte das dumme Ding doch tatsächlich schon nach der ersten Stunde flüchten und landet ausgerechnet bei mir zuhause!“

Ein herzliches Lachen folgte.

„Ja, das glaube ich, dass Du da auch lachen musst, liebe Aurelia. Vor allem nach dem ganzen Ärger, den Dir das Mädchen bereitet hat. Aber höre, das ist nun allerdings eine wunderbare Gelegenheit das Kind etwas – hm – härter und konsequenter zu erziehen. Du weißt schon was ich meine.“

Erneutes Entsetzen machte sich in Sarah breit, der Wunsch ihr einfach los zu schreien wurde fast übermächtig, doch sie bekam keinen einzigen Ton heraus. Sie konnte nur hilflos mit anhören was die Lady da von sich gab.

„Da Du diejenige warst, die den meisten Ärger mit ihr hatte, brauche ich kurz Deine Hilfe. Machst Du mir bitte eine Liste mit allen Vergehen, die sie bei euch auf dem Kerbholz hatte? Jedes einzelne, bitte. Du weißt ich bin als Erzieherin sehr phantasievoll… ich werde mir für jedes Vergehen eine Strafe für die Kleine einfallen lassen. Sie wird für jedes Mal, wo sie sich daneben benommen hat, eine bittersüße Lektion von mir bekommen. Machst Du mir die Liste meine Liebe? – Es eilt nicht, Du kannst sie mir in den nächsten Tagen per E-Mail schicken. Sarah wird einige Wochen bei mir bleiben, in der Schule habe ich sie schon abgemeldet.“

Vor lauter Verzweiflung schüttelte Sarah den Kopf hin und her und wusste nicht ob sie nun lachen oder weinen sollte. Das war das schlimmste was überhaupt passieren konnte! Erneut zerrte sie an den Fesseln die sie auf dem Boden hielten und fühlte gleichzeitig den Blick von Lady Aranea zentnerschwer auf ihr liegen.

„Du scheinst nicht sehr glücklich mit der Situation zu sein, mein Mädchen, aber glaube mir, das ändert sich. Dir Fehlt zur Zeit einfach noch die richtige Einstellung!“

Ein leises Kichern folgte diesen Worten, ein Kichern das Sarah den Schweiß auf die Haut trieb. Im nächsten Moment jedoch schob sich die Schuhspitze von Lady Araneas Stiefel unter Sarahs Kinn und drückte ihren Kopf nach oben so dass das Mädchen gezwungen war ihre Schulleiterin anzusehen.

„Übrigens, den ‚Drachen‘ vorher – den habe ich gehört!“

Das Mädchen öffnete den Mund, besann sich dann aber eines besseren. Um ein Haar hätte sie hervor gebracht dass dies so nicht gemeint gewesen sei aber irgendetwas hinderte sie diese Lüge auszusprechen. Zudem kam das Problem hinzu das sie ihr Gewicht nicht weiter verlagern konnte und sie in ihren Stiefeln die Füße nicht bewegen konnte. Langsam fühlte sie wie ihr die Zehen taub wurden.

„Entschuldigung, das mach ich nicht mehr, ich verspreche es! D… darf ich meine Stiefel bitte ausziehen?“

„Mal sehen, wie schnell Du lernst. Nichtsdestotrotz steht schon jetzt eine ausführlichere Bestrafung an. Du hast Dir schließlich hier am College eine Menge geleistet! Und wir sollten mit Deinem Vergehen am Nymphvale fertig sein, ehe die Liste aus Ravenhorst kommt, nicht wahr?“

Ein Lachen folgte diesen Worten, ein lachen das Sarah alles andere als gefiel und böse Vorahnungen in ihr hervor rief.

„Du darfst – aber glaube ja nicht, dass ich Dich dafür losbinde! So naiv bin ich nicht! Aber ich bin ja kein Unmensch, ich helfe Dir.“

Mit etwas Hilfe von Lady Aranea schaffte Sarah es in ihrer misslichen Lage die Stiefel los zu werden und trug an den Füßen jetzt nur noch ihre Socken. Erleichtert atmete das Mädchen auf weil sie ihre Füße nun wenigstens halbwegs wieder bewegen konnte, doch nur im nächsten Moment verflog dieses Gefühl wieder.

„Sooo…“

Eine kurze Pause folgte dann beugte sich Lady Aranea zu dem Mädchen herunter.

„Ich befreie Dich jetzt von diesem Stahlkreuz, lasse die Fesseln aber dran. Du wirst Dich bewegen und hinter mir her trippeln können, Du wirst aber nicht wegrennen können. Am besten Du gewöhnst Dich direkt daran, Dich die nächste Zeit nur sehr eingeschränkt bewegen zu können – ich will kein Risiko eingehen, dass das kleine Vögelchen mir wieder abhaut!“

Mit diesen Worten machte Lady Aranea das Mädchen los und hieß sie aufstehen. Dann nahm sie die Kette in die Hand die sie vorsorglich durch das schmucke Halsband des Mädchens gezogen hatte.

„Komm mit mir, wir gehen nach unten. Pass auf der Treppe auf, dass Du nicht fällst. Ich will ja nicht das Du Dich verletzt mein Kind.“

In kleinen Schritten folgte das Mädchen, ihr blieb auch gar nichts anderes übrig denn ihre Direktorin hielt die Kette fest und zwang Sarah den Weg zum Keller anzutreten.

Das Mädchen plagten aber nun mehr andere Gedanken. Die Worte der Lady hallten in ihrem Kopf nach und mit einem mehr als nur flauem Gefühl dachte sie an das Juckpulver in Liliths Bett, dem Essen aus dem Kühlschrank das sie einfach mit ihrer Schuluniform vertauscht hatte und zu guter Letzt dachte sie auch noch an die Situation mit dem LKW-Fahrer. Wie lange würde es dauern bis diese Dinge bekannt würden? Und vor allem, was würde dann folgen?

Mit diesen Gedanken folgte das Mädchen die Kellertreppe hinunter, nur um gleich den nächsten Schock versetzt zu bekommen. Entgeistert riss Sarah die Augen auf, im gleichen Moment drehte sich Lady Aranea zu ihr um, hob die Hand und strich dem Mädchen sanft über die Wange.

„Es mag Dich im ersten Augenblick erschrecken, meine Kleine, aber glaube mir, es ist nötig… und zu Deinem Besten. Ich habe schon aus vielen ungezogenen Gören wunderbare und wertvolle Mitglieder der menschlichen Gesellschaft gemacht – es wird mir auch mit Dir gelingen. Zieh das aus!“

Lady Aranea deutete auf die Sachen die Sarah trug und sah nun lächelnd zu wie das Mädchen zuerst ihr Kleid auszog und dann nur noch in Unterwäsche bekleidet vor ihr stand.

„Das auch… oder muss ich nachhelfen?“

Mit einem leisen Seufzen streifte das hübsche Mädchen ihre Unterwäsche ab und stand nun nackt im Keller ihrer Lehrerin.

„Was… was haben Sie mit mir vor?“

Ganz leise stellte Sarah die ihr auf der Zunge lag während ihre Augen durch den Raum huschten und das aufnahmen was sich hier offenbarte.

„Erziehung, mein Kind. Einfach nur sehr gute, sehr konsequente Erziehung. Ich will Deinen absoluten Gehorsam und Deine Gefügigkeit – das ist der erste Schritt. Danach – will ich vielleicht noch etwas mehr, aber das sehen wir dann.“

Mit diesen Worten wurde Sarah zu einem stehenden Kreuz geführt und ruckzuck hatte Lady Aranea Sarahs Hände und Füße an den richtigen Stellen fixiert.

Sarah hatte keine Ahnung ob die Angst auf das nun kommende sie dazu zwang oder ob ihr aufgrund der Tatsache das es  hier keinen einzigen Ausweg für sie gab eh schon alles egal war…  plötzlich, als hätte ihre Stimme ein Eigenleben entwickelt, hörte sich Sarah selbst wie aus weiter Ferne und war selbst entsetzt über das was sie da nun von sich gab.

„Ich… ich bin nicht nur aus dem College getürmt… die Lilith, die hat jetzt auch Juckpulver in ihrem Bett!“

Hätte Sarah sehen können was sich hinter ihrem Rücken abspielte, hätte sie womöglich den Mund gehalten… so aber..

„Und… und mit dem LKW-Fahrer hab ich ja gar nicht mitfahren wollen… das… das war… ist… irgendwie einfach so passiert…und … und…“

„Oh mein liebes Kind, was hast Du noch gemacht? Ich bin ganz Ohr!“

Lady Aranea stand hinter Sarah und wartete was da nun noch kommen mochte.

„Naja.. wenn die Mädchen sich morgen früh im Bistro was zu essen machen wollen… dann.. finden die im Kühlschrank nur meine alte Schuluniform von Ravenhorst… die hab ich da rein nachdem ich… als ich… „

Sarah verstummte und fühlte sich auf einmal irgendwie erleichtert.

„Also so ist das!“

Lady Aranea schritt mit hartem Klang ihrer Stiefelabsätze nun auf und ab, sie schien nun wirklich wütend zu sein.

„Du hast Dich ja ganz schön was getraut! Kein Wunder, dass die arme Aurelia so fertig mit ihren Nerven war! Es ist zwar schön das Du selbst zugibst was Du Dir geleistet hast, jedoch wird es nichts nutzen Sarah. Ich hätte spätestens morgen vom Hausmeister erfahren, was Du angestellt hast! Aber immerhin hast Du so die Chance,  dass Du alles schon heute abarbeiten kannst.“

Die Schritte hörten auf und auf Sarahs Haut machte sich Gänsehaut bereit.

„Es ist Zeit für Deine erste Lektion, meine Kleine.“

Gegen den Willen von Sarah begann Lady Aranea mit einer Bestrafung die das Mädchen so schnell nicht wieder vergessen würde.

Doch irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit, hatte Sarah diesen ersten Teil überstanden und lag tränenüberströmt vor ihrer Lehrerin auf dem Kellerboden. Sie konnte sich überhaupt nicht mehr beruhigen und wurde von einem wahren Heulkrampf geschüttelt.

„Kschhh, meine Kleine, das wird wieder gut – Du hast für das erste Mal recht tapfer durchgehalten. Wenn Du aufhörst, Dich dagegen zu stemmen, tut es auch weniger weh.“

Von Schluchzern geschüttelt versuchte Sarah sich zu entschuldigen und brachte nur mühsam hervor wie leid ihr alles täte und das sie nie, nie, wirklich nie mehr, abhauen würde!

Sanft strich Lady Aranea über Sarahs Gesicht, wischte ihr die Tränen weg und hielt sie in einer kurzen Umarmung fest.

„Wir werden sehen, meine Kleine – ich nehme Dir noch nicht ab das Du tatsächlich nie wieder abhaust… aber immerhin merkst Du jetzt, das ich wohl Recht habe. Deine bisherigen Erzieher waren zu nachsichtig, haben Dir alles durchgehen lassen. Nur das was Dir im Grunde genommen fehlt, ist eine strenge und konsequente Erziehung. Du merkst doch schon jetzt, dass Du viel weicher, lieblicher und liebenswerter wirst.“

Sanft streichelte Lady Aranea über Sarahs Haare und gab dem Mädchen Zeit sich zu sammeln.

„Für heute soll es erst mal genug sein mein Kind, Deine erste Lektion hast Du hinter Dir. Wir werden morgen früh weiter machen… bis dahin jedoch…“

Lady Aranea wies Sarah an aufzustehen und half ihr dabei, dann führte sie das Mädchen zur anderen Raumseite. Hinter einem Regal welches direkt mitten in den Raum hinein ragte befand sich ein eingelassener Stahlkäfig in den sie Sarah nun hinein schob und dann von außen die Tür verschloss.

Sarah war innerlich noch so in Aufruhr das sie selbst das gar nicht richtig mitbekam das sie hier mitten in einem Keller in einem Käfig eingeschlossen wurde. Und das auch noch nackt!

„Ich lasse dich jetzt ein bisschen alleine Sarah, die Ruhe wird Dir gut tun. Du hast Dich gar nicht schlecht gemacht heute. Für den ersten Tag bin ich sogar recht zufrieden mit Dir. Ich bringe Dir gleich noch etwas zu essen und zu trinken.“

Mit diesen Worten wandte sich Lady Aranea ab und verschwand über die Treppe ins obere Stockwerk.

Sarah blieb im abgeschlossenen Käfig zurück und fiel, erschöpft wie sie war, in einen tiefen, traumlosen Schlaf…

 

Forsetzung folgt…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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